Wirkstoffsynthese

Molekulare Werkzeuge für die Pharmaforschung

In der Arbeitsgruppe werden experimentelle Arbeiten zur Entwicklung neuer effizienter Synthesemethoden von Molekülsammlungen, z. B. von Flupirtinderivaten durchgeführt. Der Fokus liegt neben der Ausarbeitung synthetischer Verfahren aus dem Bereich der polymerunterstützten Parallelsynthese in Lösung in der Bereitstellung von Testsubstanzen für das Arzneistoffscreening und pharmakologische Experimente. Die Molekülsammlungen werden in unserem Labor und bei Kooperationspartnern in Berlin, Greifswald, Freiburg und den USA hinsichtlich biologischer Aktivität untersucht. Durch Bereitstellung modifizierter Nukleoside konnten wir es unseren Kooperationspartnern z.B. ermöglichen, Editierungsmechanismen bei der Proteinbiosynthese und die selektive Bindung durch Mutation veränderter Rezeptoren zu untersuchen. Der Schwerpunkt unserer aktuellen Arbeit ist es, zum Verständnis von Schmerzdämpfung und Krebserkrankungen auf molekularer Ebene beizutragen. Um aus Testungen in einfachen oder komplexen biologischen Systemen valide Datensätze erhalten zu können, wird dabei großer Wert auf hohe Reinheit und lückenlose Analytik der synthetisierten Substanzkollektive gelegt.

Arzneistoffderivate

Basierend auf biologischen oder medizinischen Fragestellungen entwerfen und synthetisieren wir neue organische Moleküle. Wirkstoffe oder körpereigene Moleküle dienen dabei als Vorlage.

Die organischen Synthesen werden ausgehend von kommerziell verfügbaren Startmaterialien geplant und durchgeführt. Dabei müssen in Laborexperimenten geeignete Parameter für die angestrebten Reaktionen gefunden werden. Um beurteilen zu können, ob die gewünschten Moleküle auch entstehen, werden die Versuchsansätze parallel zur Synthese analysiert. Dazu verwenden wir moderne Forschungsgroßgeräte wie NMR- oder Massenspektrometer. Die erhaltenen Daten werden interpretiert und die Syntheseprodukte gereinigt und ihre Eigenschaften ermittelt. Danach werden sie bei uns oder Kooperationspartnern auf ihre biologischen Eigenschaften, z.B. die Beeinflussung von Kaliumkanälen oder Enzymen der epigenetischen Genregulation, getestet.